Männer sucht euch ein Zuhause: Mobiles Wohnen im Standard-Container

In der Natur, unabhängig und immer auf dem Sprung: Mobiles Wohnen im Standard-Container ist das ideale Zuhause für echte Kerle. Gerade in Zeiten, in denen Mietpreise in die Höhe schießen und an ein Eigenheim kaum zu denken ist, sind alternative Wohnformen gefragt. Platzsparende und mobile Domizile passen am besten zum Lebensstil des beruflichen Nomaden, der von Stadt zu Stadt zieht – immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ob in der Natur oder mitten im Großstadtdschungel: Einen Standard-Container bzw. Seecontainer kannst du überall platzieren.

Welche Container sind geeignet?

ein Standard-Container am Waldrand

Mobiles Wohnen im Standard-Container: Hier steht er am Waldrand
© istockphoto.com/taronnn

Die See- bzw. Standard-Container führender Container-Anbieter sind im Hinblick auf ihre Abmessungen die ideale Unterkunft. Hinzu kommt, dass sie aus korrosionsbeständigem Stahl gefertigt sind. Auf ihren langen Reisen über die Weltmeere haben sie schließlich bereits Wind und Wetter getrotzt.

Folgende Container sind gängig:

  • 10-Fuß-Standard-Container: Mit 2,8 mal 2,3 Metern ist hier kaum mehr als Übernachten möglich. Mit einem Eigengewicht von 1,3 Tonnen ist er aber auch am leichtesten zu transportieren und besticht natürlich mit dem niedrigsten Preis. Wie fast alle Standard-Container ist er 2,3 Meter hoch, sodass selbst größere Kerle nicht den Kopf einziehen müssen.
  • Mehr Platz ist im 20-Fuß-Standard-Container. Er verfügt über Gabelstaplertaschen und kann somit leicht transportiert werden. Die Innenabmessung beträgt 5,9 mal 2,4 Meter bei einer Höhe von 2,3 Metern und einem Gewicht von zwei Tonnen.
  • 40-Fuß-Standard-Container: Hier wohnt es sich auf 12 mal 2,3 Metern schon ganz komfortabel. Dieser 3,3 Tonnen schwere Container ist mit einer passiven Lüftung ausgestattet. Somit ist das Problem der Luftzufuhr bereits gelöst.
  • Der 40-Fuß-Standard-Container „High Cube“ ist mit 2,7 Metern ein gutes Stück höher als die anderen Exemplare. Er wiegt 3,5 Tonnen.

Warum im Container wohnen?

Hier noch einmal alle Vorteile, die das Wohnen in einem Container bietet

  • Keine Miete mehr zahlen: Ein ausrangierter Standard-Container ist ab 1.500 Euro zu haben. Für den Ausbau müssen Sie je nach handwerklichem Geschick nochmal mit etwa der gleichen Summe rechnen. Im Vergleich zur Miete, die Sie Monat für Monat berappen, ein Schnäppchen …
  • Umweltschonend: Stahl gilt mittlerweile als Öko-Baustoff. Wenn Sie Container benutzen, die nicht mehr eingesetzt werden, ist dies das optimale Recycling.
  • Auch wenn ein Standard-Container mit 1,3 bis 3,5 Tonnen nicht gerade ein Leichtgewicht ist, ist er doch wesentlich leichter von A nach B zu schaffen als ein Haus. Schließlich sind Container dazu gemacht, transportiert zu werden.
  • Wohnen für Individualisten: Mehr eigner Stil geht nicht! Bauen Sie Ihren Container ganz nach Ihren Wünschen aus.

Container ausbauen: Die wichtigsten Punkte

Container, die eben noch im Schiffsverkehr im Einsatz waren, sind natürlich nicht sofort bewohnbar. Hier ist etwas handwerkliches Geschick gefragt.

  • Das Fundament: Denke daran: Ein Standard-Container wiegt mehrere Tonnen. Diese Last muss der Untergrund tragen können. Für das Fundament hebst du die Fläche, auf der der Container stehen soll, etwa 20 bis 30 Zentimeter tief aus. Lege nun Schalbretter auf den Boden und schütte  den Stellplatz mit Kies auf. Für eine Wärmedämmung von unten kannst du noch PE-Folie darüber legen.
  • Wärmedämmung: Die dünnen Stahlwände machen einen Standard-Container ziemlich zugig. Dämmplatten müssen her! Achte darauf, dass diese mindesten 120 Millimeter dick sind. Achtung: Da Seecontainer luftdicht sind, besteht Schimmelgefahr. Du solltest eventuell über eine Abluftanlage nachdenken.
  • Heizung: Du bekommst den Container zum Beispiel mit einer Wärmeluftpumpe. Wenn Du eine Fußbodenheizung unter Parkett verbaust, wirst du garantiert bei Frauenbesuch Eindruck schinden!
  • Strom und Wasser: Um diesen Komfort genießen zu können, musst du dein mobiles Domizil an die öffentlichen Versorgungsnetze anschließen. Besonders schnell und leicht geht das mit Schnellkupplungen.
  • Sanitäre Anlagen: Toilette, Dusche und Co. sind am aufwändigsten umzusetzen, allein schon im Hinblick auf die Abwasserversorgung. Die einfachste Lösung: einen zusätzlichen Toilettencontainer aufstellen.

Jetzt fehlt nur noch die Einrichtung! Von Designer-Möbeln bis zu selbst gebasteltem Interieur, sind dir hier keine Grenzen gesetzt. Wichtiger Hinweis zum Schluss: Damit die ganzen Mühen nicht umsonst sind, musst du dir für deinen Standard-Container eine Genehmigung der Gemeinde einholen, in der du ihn aufstellen willst. Erkundige dich am besten direkt beim Bauamt, denn die Bestimmungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Und in der Praxis?

Außerordentlich lesenswert in diesem Zusammenhang ist der Blog steelcave.de. Hier beschreibt ein junger Mann namens Sebastian sein Projekt „Steelcave“: Er baut einen Seecontainer gerade in ein Haus um und berichtet über die Herausforderungen und einzelnen Schritte. Sein Ziel ist, zunächst einen Prototypen zu bauen, der im August 2018 fertiggestellt sein soll und dann in Schleswig-Holstein als Ferienhaus angemietet werden kann. Er hat einen 40 Fuß-Standardcontainer bei der Firma Braun Container gekauft und baut diesen nun schrittweise nach seinem Geschmack aus. Der Prototyp soll zwei Personen Platz bieten, mit großen Fenstern und Türen sowie mit Waschbecken, Badewanne, WC und einer funktionsfähigen Küche ausgestattet werden – auf gerade einmal 28 Quadratmetern!

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