Krav Maga Selbstverteidigung- Was ist das?

Krav Maga Selbstverteidigung ist eine Nahkampf Sportart, die sogar von der israelischen Armee genutzte wird. Das Wort „Krav Maga“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet in etwa „Kontaktkampft“ oder „Nahkampft“. Die Selbstverteidigungstechniken beruhen auf Reflexe und Instinkte, sodass sie schnell und einfach zu erlernen sind. Krav Maga Selbstverteidigung können Frauen, Männer und Kinder erlernen. Diese Kampfkunst ist von traditionellen Kampfsportarten geprägt, aber so weiterentwickelt worden, dass man die Techniken bei einem Angriff in der Realität anwenden kann.

Krav Maga Selbstverteidigung: Die Geschichte

Krav Maga Selbstverteidigung für Jeden

Krav Maga Selbstverteidigung trainiert Nahkampf-Techniken unter realen Bedingungen ©iStock.com/munkat

Der Erfinder von der Krav Maga Selbstverteidigung ist Immrich Lichtenfeld, welcher 1910 in Budapest geboren ist. Er war sehr sportlich und sowohl in Ringen und Boxen erfolgreich als auch in Gymnastik. Sein Vater brachte ihm zusätzlich Jiu-Jitsu bei (mehr zu Jiu-Jitsu hier). Als es zu antisemitischen Übergriffen kam, führte er jüdische Jugendliche an. Dort mussten sie sich gegen mehrere Angreifer gleichzeitig behaupten, wodurch die ersten Züge von Krav Maga Selbstverteidigung entstanden. Als er flüchtete, diente er der Tschechischen Legion. Er kämpfte 2 Jahre in Nordafrika unter den Anweisungen der britischen Armee und reiste dann nach Palästina. Dort bildete er Untergrundorganisationen in die Kunst des Nahkampfes aus. Als dann der Staat Israel gegründet wurde, unterrichtete er die israelische Armee in Krav Maga Selbstverteidigung. In die Armee kamen sowohl Frauen und Männer, sodass Immrich Lichtenfeld Krav Maga Selbstverteidigung so entwickelte, dass jeder dies anwenden konnte und vor allem, dass es schnell zu erlernen ist. Später entwickelte er Krav Maga dann so um, dass die Techniken Zivilpersonen bei Bedrohung anwenden können und dass diese an die rechtlichen Prinzipien der Notwehr angepasst sind.

Krav Maga Selbstverteidigung: Die Übungen und Techniken

Bei der Krav Maga Selbstverteidigung soll gelernt werden, in Stresssituationen Handeln zu können. Diese Stresssituationen werden durch mehrere Angreifer gegen einen, laute Musik oder dem Trainer selbst simuliert. Ein weiteres Beispiel ist ein spezieller Workshop, der in der Nacht anfängt und bis zum nächsten Morgen anhält. Die Techniken sind dabei leicht zu erlernen, da man bei der Ausübung der Technik nicht auf die perfekte Ausführung achten muss. Wichtig beim Training ist neben den Techniken zur Selbstverteidigung und zum Selbstschutz auch die Abhärtung, die trainiert wird. Dadurch ist man bei einem Angriff, Schmerzen bereits gewöhnt.

Das Training ist meistens wie folgt aufgebaut:

1. Aufwärmphase

Hier werden schon ein paar Übungen vermittelt, die der Vorbereitung einer neuen Krav Maga Technik gelten.

2. Das eigentliche Training

Es werden neue Techniken gezeigt. Daraufhin werden diese mit Hilfe von Rollenspielen, unter Stress und mit Schlagpolstern verfestigt. Es werden Techniken gezeigt, die das Gesicht, die Kehle und weitere leicht verwundbare Stellen als Angriffspunkt nehmen. Bei der 360-Grad-Übung wird einer von mehreren Gegnern angegriffen. Um sich hier zu verteidigen, werden Ellenbogen, das Knie und der Kopf verwendet. Bei der Sportart gibt es keine Regel, wo man nicht hinschlagen darf, da dies in der Realität auch nicht der Fall ist. Auch die Verteidigung bei Messerangriffen wird geübt, sowie Wurf- und Hebeltechniken. Zusätzlich wird gezeigt, wie man Alltagsgegenständen zu Verteidigungswaffen umwandeln kann.

3. Dehnung und Cool-down

Zum Schluss wird sich gedehnt und es werden leichte Übungen gemacht, um langsam wieder den Puls auf einen normalen Wert zu bringen.

Krav Maga Selbstverteidigung ist zusätzlich gut für die Fitness, da es Schnelligkeit und Ausdauer trainiert. Zusätzlich baut man Rückenmuskulatur auf und bekommt kräftige Beine. Männer bekommen ein breites Kreuz, was Frauen besonders gefallen wird. Durch das Training und spezielle Workshops wird die Koordination verbessert. Beim Training wird natürlich immer über die rechtliche Lage aufgeklärt, da nicht alles immer in jeder Situation erlaubt ist.

Krav Maga Selbstverteidigung für Polizisten

Krav Maga Selbstverteidigung lernen auch Menschen, die als Sicherheitsbeamter oder im Personenschutz arbeiten. Hier werden auch Deeskalation-Maßnahmen trainiert. Auch in der Bundeswehr werden diese Nahkampfmethoden des Krav Magas gelehrt. Sogar Polizisten lernen diese Kampfkunst kennen, wie es auf dieser Seite beschrieben wird.

Hier ein Video, welches ein paar Techniken zeigt. Im Video wird dies von Kobi Lichtenstein gezeigt, welcher Krav Maga Selbstverteidigung von Immrich Lichtenfeld persönlich gelernt hat.

Krav Maga Selbstverteidigung: Prinzipien

Es gibt vier Prinzipien, die Krav Maga verfolgt:

  1. Krav Maga dient der Selbstverteidigung und nicht dem Angriff. Man sollte Konflikten generell aus dem Weg gehen.
  2. Man sollte versuchen, sich so wenig wie möglich bei der Selbstverteidigung zu verletzten.
  3. Man sollte sich selbst immer unter Kontrolle haben, um die Lage richtig einschätzen zu können.
  4. Man sollte versuchen mit der Zeit Sicherheit und Selbstvertrauen zu erlangen, um besser reagieren zu können.

Krav Maga Selbstverteidigung vs. traditioneller Kampfsport

Krav Maga Selbstverteidigung unterscheidet sich stark von den traditionellen Kampfsportarten aus dem Fernen Osten. Während traditionelle Kampfsportarten starr sind und die Techniken sich nicht verändern, ist Krav Maga Selbstverteidigung flexibel und veränderbar. Bei traditionellen Kampfsportarten bereitet man sich auf Wettkämpfen auf den Gegner vor. Man hat die gleichen Schritte gelernt und weiß diese in den verschiedenen Situationen anzuwenden. Beim Krav Maga gibt es keine Wettkämpfe. Man lernt Techniken, um sich in überraschenden Angriffen oder einer Bedrohung verteidigen zu können. Hier die Unterschiede auf einem Blick:

Krav Maga Selbstverteidigung versus traditionelle Kampfsportarten
Krav Maga traditionelle Kampfsportarten
  • flexibel, verändert sich, neue Elemete
  • auf keine Philosophie oder Tradition basierend
  • keine Regeln
  • einfache, zweckmäßige Techniken
  • starr, Techniken entwickeln sich nicht weiter
  • fernöstliche Tradition
  • Regeln bzw. Verbote
  • Präzise Bewegungsabläufe

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1 Antwort : “Krav Maga Selbstverteidigung- Was ist das?”

  1. Oliver sagt:

    Ich mache jetzt ungefähr 7 Monate Krav Maga beim IKMF Berlin und finde, das der Artikel eine gute Zusammenfassung ist.

    Ich muss noch zu dem „Nacht-Workshop“ sagen, das es ein 12 Stunden Drill ist. Ich habe ihn selbst mitgemacht und er kommt eigentlich aus dem Militärbereich des Krav Maga und ist schon ziemlich hart, aber das kommt natürlich auf den Trainer und somit den Standort drauf an.
    Zudem gibt es auch noch einen 24 Stunden Drill, aber den habe ich mir selbst auch noch nicht zugetraut 😀

    Aber ich kann es echt jedem empfehlen mal selbst die Erfahrung zu machen und einfach mal zu einem Probetraining zu gehen. Alleine die eigene Fitness dankt es einem 😉

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